Geriatrisches Training für Hunde – Sanft, aber effektiv
Mit zunehmendem Alter verändern sich Kraft, Beweglichkeit und Koordination beim Hund. Viele Halter reagieren darauf, indem sie Bewegung stark reduzieren – aus Sorge, dem Hund zu schaden. Doch genau das Gegenteil ist oft der Fall: Gezieltes, geriatrisches Training kann Schmerzen lindern, Mobilität erhalten und die Lebensqualität deutlich verbessern.
Was bedeutet geriatrisches Training?
Geriatrisches Training ist ein speziell angepasstes Bewegungs- und Trainingskonzept für ältere Hunde. Es ist sanft, individuell abgestimmt und berücksichtigt altersbedingte Veränderungen wie Arthrose, Muskelabbau oder neurologische Einschränkungen.
Ziel ist nicht Leistungssteigerung, sondern:
Erhalt von Beweglichkeit
Stabilisierung der Gelenke
Aufbau bzw. Erhalt von Muskelmasse
Verbesserung von Gleichgewicht und Koordination
Förderung der Selbstständigkeit im Alltag
Warum Bewegung im Alter so wichtig ist
Ohne ausreichende Bewegung verschlechtern sich viele Altersbeschwerden:
Muskeln bauen schneller ab
Gelenke werden steifer
Das Sturzrisiko steigt
Schmerzen nehmen zu
Der Hund zieht sich zurück
Regelmäßige, dosierte Bewegung wirkt dem aktiv entgegen und kann den Alterungsprozess positiv beeinflussen.
Wie sieht sanftes, effektives Training aus?
Geriatrisches Training arbeitet mit niedriger Intensität, dafür aber mit hoher Qualität der Bewegung. Typische Elemente sind:
langsame, kontrollierte Bewegungsübungen
Koordinations- und Gleichgewichtsübungen
leichte Kraftübungen im schmerzfreien Bereich
Mobilisation von Gelenken
kurze, häufige Trainingseinheiten
Wichtig: Das Training wird immer an den aktuellen Zustand des Hundes angepasst.
Die Rolle der Tierphysiotherapie
In der Tierphysiotherapie wird ein individueller Trainingsplan erstellt, der auf:
Vorerkrankungen
aktuelle Beschwerden
Gangbild und Beweglichkeit
Alltagsanforderungen
abgestimmt ist. Ergänzend können Maßnahmen wie Massage, Wärmeanwendungen, Lasertherapie oder manuelle Techniken eingesetzt werden, um das Training optimal zu unterstützen.
Was Hundehalter beachten sollten
Qualität vor Quantität: lieber kurz und gezielt
Auf Tagesform und Erschöpfung achten
Pausen bewusst einplanen
Keine ruckartigen oder schnellen Bewegungen
Regelmäßige Kontrolle und Anpassung des Trainings
Schon kleine Übungen können große Wirkung zeigen, wenn sie richtig eingesetzt werden.
Fazit: Aktiv bleiben, ein Leben lang
Geriatrisches Training bedeutet nicht, den Hund zu überfordern. Im Gegenteil: Es hilft, Fähigkeiten zu erhalten, Schmerzen zu reduzieren und dem Hund ein aktives, selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter zu ermöglichen. Sanft, individuell und effektiv.