Stresshormone & Bewegung – Was Cortisol mit Heilung macht

Stress ist nicht nur eine Frage des Verhaltens, er wirkt tief im Körper. Ein zentrales Stichwort dabei ist Cortisol. Dieses Hormon beeinflusst, wie gut dein Hund regeneriert, heilt und mit Belastungen umgeht. Bewegung kann dabei sowohl helfen als auch schaden, je nachdem, wie sie eingesetzt wird.

Was ist Cortisol überhaupt?

Cortisol ist ein körpereigenes Stresshormon, das in der Nebenniere gebildet wird. Es ist lebenswichtig und erfüllt wichtige Funktionen:

  • Bereitstellung von Energie

  • Regulierung von Entzündungsprozessen

  • Anpassung an körperliche und mentale Belastung

Kurzfristig ist Cortisol sinnvoll. Problematisch wird es, wenn der Spiegel dauerhaft erhöht bleibt.

Wenn Stress chronisch wird

Dauerstress, etwa durch Schmerzen, Überforderung, Reizflut oder falsches Training – führt zu konstant erhöhtem Cortisol. Die Folgen:

  • verlangsamte Wund- und Gewebsheilung

  • erhöhte Schmerzempfindlichkeit

  • Muskelabbau statt -aufbau

  • geschwächtes Immunsystem

  • innere Unruhe und schlechter Schlaf

Der Körper bleibt im „Alarmmodus“ – Regeneration ist kaum möglich.

Bewegung: Heilend oder stressend?

Bewegung ist nicht automatisch gesund. Entscheidend sind Art, Intensität und Zeitpunkt.

Positive Effekte angepasster Bewegung:

  • Senkung des Cortisolspiegels

  • Ausschüttung von Endorphinen

  • Verbesserung der Durchblutung

  • Unterstützung von Heilungsprozessen

  • Stabilisierung des Nervensystems

Negative Effekte falscher Bewegung:

  • zusätzliche Stressreaktionen

  • erneute Mikroverletzungen

  • Überforderung von Gelenken und Muskulatur

  • Blockierte Regeneration

Mehr ist also nicht besser, besser ist passend.

Warum Ruhe genauso wichtig ist wie Bewegung

Heilung findet nicht während der Aktivität statt, sondern danach. Nur in Ruhephasen kann:

  • Gewebe repariert werden

  • Muskulatur aufbauen

  • das Nervensystem herunterfahren

  • Cortisol wieder abgebaut werden

Fehlen diese Phasen, bleibt der Körper im Stresskreislauf, trotz Training.

Die Rolle der Physiotherapie

In der Tierphysiotherapie wird Bewegung gezielt eingesetzt, um Heilung zu fördern statt Stress zu erzeugen:

  • individuell dosierte Übungen

  • Fokus auf Qualität statt Intensität

  • Kombination aus aktiver Bewegung und Entspannung

  • Anpassung an Tagesform und Heilungsphase

Ziel ist es, den Hund aus dem Dauerstress herauszuführen und dem Körper wieder Raum zur Regeneration zu geben.

Woran du erkennen kannst, dass dein Hund zu viel Stress hat

  • schnelle Ermüdung oder Überdrehtheit

  • Hecheln ohne körperliche Belastung

  • verspannte Muskulatur

  • schlechter Schlaf

  • erhöhte Reizbarkeit oder Rückzug

Diese Signale sind ernst zu nehmen, sie zeigen, dass Heilung gerade erschwert wird.

Fazit: Heilung braucht Balance

Cortisol ist kein Feind, aber ein dauerhaft erhöhter Spiegel blockiert Regeneration. Die richtige Mischung aus gezielter Bewegung, ausreichend Ruhe und stressreduzierender Umgebung ist der Schlüssel zu echter Heilung. Nicht schneller, nicht härter, sondern bewusster.

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