„Er wird alt“ – oder doch ein behandelbares Problem?

Viele Veränderungen bei älteren Hunden werden schnell mit einem Satz abgetan: „Er wird eben alt.“ Doch nicht jedes langsamere Gehen, jede Verhaltensänderung oder jeder Rückzug ist ein unvermeidlicher Teil des Alterns. Oft stecken behandelbare Beschwerden dahinter, die die Lebensqualität deines Hundes deutlich beeinträchtigen können, aber auch gut therapierbar sind.

Typische Anzeichen, die oft „dem Alter“ zugeschrieben werden

Mit zunehmendem Alter verändern sich Hunde, das ist normal. Dennoch lohnt es sich, genauer hinzuschauen, wenn dein Hund:

  • langsamer aufsteht oder sich hinlegt

  • weniger Lust auf Spaziergänge oder Spiel zeigt

  • Treppen meidet oder häufiger stolpert

  • steifer wirkt, besonders nach Ruhephasen

  • sich zurückzieht oder schneller gereizt reagiert

  • unsauber wird oder Orientierung verliert

Diese Symptome müssen nicht einfach hingenommen werden.

Häufige behandelbare Ursachen

Hinter scheinbaren Alterserscheinungen verbergen sich oft konkrete gesundheitliche Probleme:

  • Arthrose und Gelenkverschleiß, die Schmerzen verursachen

  • Muskelschwäche oder Verspannungen, die Bewegung erschweren

  • Neurologische Veränderungen, z. B. Nervenreizungen

  • Zahnprobleme, die zu Rückzug oder Fressunlust führen

  • Hormonelle Erkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion

  • Kognitive Dysfunktion, vergleichbar mit Demenz

Viele dieser Erkrankungen lassen sich lindern oder gut begleiten.

Warum frühes Handeln so wichtig ist

Je länger Beschwerden unbehandelt bleiben, desto stärker verfestigen sich:

  • Schonhaltungen und Fehlbelastungen

  • Muskelabbau und Bewegungsverlust

  • Schmerzgedächtnis und Verhaltensänderungen

Frühzeitige Unterstützung kann den Alterungsprozess nicht aufhalten, aber deutlich verlangsamen und erleichtern.

Wie Physiotherapie und ganzheitliche Ansätze helfen können

Gerade bei älteren Hunden spielt die Tierphysiotherapie eine zentrale Rolle:

  • Schmerzlinderung durch gezielte manuelle Techniken

  • Erhalt von Beweglichkeit, Koordination und Muskelkraft

  • Unterstützung bei Arthrose, neurologischen Defiziten oder nach Operationen

  • Förderung von Lebensfreude und Aktivität

Ergänzend können Akupunktur, Lasertherapie, Wärme, gezielte Bewegung und Anpassungen im Alltag sinnvoll sein.

Was du als Halter tun kannst

  • Veränderungen nicht bagatellisieren

  • Regelmäßige tierärztliche Checks wahrnehmen

  • Bewegung anpassen statt komplett reduzieren

  • Auf rutschfeste Untergründe und orthopädische Liegeplätze achten

  • Frühzeitig fachliche Beratung einholen

Fazit: Altern ja, Leiden nein

Altwerden gehört zum Leben dazu. Schmerzen, starke Einschränkungen oder Rückzug müssen es nicht. Oft steckt hinter dem Satz „Er wird alt“ ein Problem, das erkannt und behandelt werden kann. Mit Aufmerksamkeit, Wissen und Unterstützung lässt sich die Lebensqualität deines Hundes bis ins hohe Alter erhalten.

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