Trauma im Körper speichern – Somatische Ansätze beim Hund

Hunde erleben genauso wie Menschen traumatische Ereignisse, sei es ein Unfall, Vernachlässigung, Misshandlung oder eine plötzliche Operation. Viele dieser Erfahrungen hinterlassen Spuren im Körper, die sich in Verspannungen, Schonhaltungen, Schmerzen oder auffälligem Verhalten zeigen. Somatische Ansätze setzen genau hier an: Sie betrachten den Hund ganzheitlich und helfen, körperliche Spannungen zu lösen, die durch emotionale oder körperliche Traumata entstanden sind.

Wie Traumata im Körper sichtbar werden

Traumatische Erfahrungen werden nicht nur mental gespeichert, sie wirken sich auch körperlich aus:

  • Muskelverspannungen, die scheinbar grundlos bleiben

  • Verändertes Gangbild oder Schonhaltungen

  • Empfindlichkeit bei Berührung bestimmter Körperbereiche

  • Stressverhalten, das körperlich messbar ist (z. B. Zittern, erhöhter Puls)

  • Blockierte Bewegungen, eingeschränkte Flexibilität

Diese „Körperspuren“ können Jahre nach dem eigentlichen Ereignis noch bestehen bleiben.

Prinzipien somatischer Arbeit bei traumatisierten Hunden

Somatische Ansätze zielen darauf ab, Körper und Nervensystem neu zu regulieren und Spannungen sanft zu lösen:

  1. Bewusste Wahrnehmung: Der Hund wird langsam an sanfte Berührungen und Bewegungen herangeführt.

  2. Entspannung und Sicherheit: Stress wird reduziert, Nervensystem und Muskulatur entspannen.

  3. Gezielte Mobilisation: Verklebte Faszien und verspannte Muskeln werden sanft bearbeitet.

  4. Koordination von Bewegung: Körperliche Muster werden neu erlernt, Schonhaltungen korrigiert.

  5. Integration von Mentalem und Physischem: Körperarbeit unterstützt emotionale Verarbeitung.

Vorteile für Hunde

  • Reduzierung von Schmerz und Verspannungen

  • Verbesserung von Beweglichkeit und Gangbild

  • Stabilisierung des Nervensystems

  • Abbau von körperlicher Anspannung durch Stress oder Angst

  • Steigerung von Selbstvertrauen und Wohlbefinden

Somatische Ansätze sind besonders hilfreich bei Hunden mit chronischen Problemen, Verhaltensauffälligkeiten oder traumatischer Vorgeschichte.

Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten

Ein erfahrener Tierphysiotherapeut oder somatischer Therapeut erkennt die körperlichen Spuren von Trauma und kann gezielt:

  • Bewegungsmuster analysieren

  • Spannungsketten lösen

  • Körperwahrnehmung fördern

  • Übungen zur Selbstregulation einbauen

So entsteht ein sicherer Rahmen für Heilung auf körperlicher und emotionaler Ebene.

Fazit: Körperarbeit als Schlüssel zur Heilung

Traumatische Erlebnisse hinterlassen oft Spuren, die man nicht sieht. Somatische Körperarbeit bietet einen sanften, wirksamen Weg, diese Spannungen zu lösen, die Beweglichkeit zu verbessern und das Wohlbefinden deines Hundes nachhaltig zu steigern.

Zurück
Zurück

Wearables für Hunde – Sinnvoll oder Spielerei?

Weiter
Weiter

Social Media vs. Hundegesundheit – Unrealistische Erwartungen