Trauma im Körper speichern – Somatische Ansätze beim Hund
Hunde erleben genauso wie Menschen traumatische Ereignisse, sei es ein Unfall, Vernachlässigung, Misshandlung oder eine plötzliche Operation. Viele dieser Erfahrungen hinterlassen Spuren im Körper, die sich in Verspannungen, Schonhaltungen, Schmerzen oder auffälligem Verhalten zeigen. Somatische Ansätze setzen genau hier an: Sie betrachten den Hund ganzheitlich und helfen, körperliche Spannungen zu lösen, die durch emotionale oder körperliche Traumata entstanden sind.
Wie Traumata im Körper sichtbar werden
Traumatische Erfahrungen werden nicht nur mental gespeichert, sie wirken sich auch körperlich aus:
Muskelverspannungen, die scheinbar grundlos bleiben
Verändertes Gangbild oder Schonhaltungen
Empfindlichkeit bei Berührung bestimmter Körperbereiche
Stressverhalten, das körperlich messbar ist (z. B. Zittern, erhöhter Puls)
Blockierte Bewegungen, eingeschränkte Flexibilität
Diese „Körperspuren“ können Jahre nach dem eigentlichen Ereignis noch bestehen bleiben.
Prinzipien somatischer Arbeit bei traumatisierten Hunden
Somatische Ansätze zielen darauf ab, Körper und Nervensystem neu zu regulieren und Spannungen sanft zu lösen:
Bewusste Wahrnehmung: Der Hund wird langsam an sanfte Berührungen und Bewegungen herangeführt.
Entspannung und Sicherheit: Stress wird reduziert, Nervensystem und Muskulatur entspannen.
Gezielte Mobilisation: Verklebte Faszien und verspannte Muskeln werden sanft bearbeitet.
Koordination von Bewegung: Körperliche Muster werden neu erlernt, Schonhaltungen korrigiert.
Integration von Mentalem und Physischem: Körperarbeit unterstützt emotionale Verarbeitung.
Vorteile für Hunde
Reduzierung von Schmerz und Verspannungen
Verbesserung von Beweglichkeit und Gangbild
Stabilisierung des Nervensystems
Abbau von körperlicher Anspannung durch Stress oder Angst
Steigerung von Selbstvertrauen und Wohlbefinden
Somatische Ansätze sind besonders hilfreich bei Hunden mit chronischen Problemen, Verhaltensauffälligkeiten oder traumatischer Vorgeschichte.
Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten
Ein erfahrener Tierphysiotherapeut oder somatischer Therapeut erkennt die körperlichen Spuren von Trauma und kann gezielt:
Bewegungsmuster analysieren
Spannungsketten lösen
Körperwahrnehmung fördern
Übungen zur Selbstregulation einbauen
So entsteht ein sicherer Rahmen für Heilung auf körperlicher und emotionaler Ebene.
Fazit: Körperarbeit als Schlüssel zur Heilung
Traumatische Erlebnisse hinterlassen oft Spuren, die man nicht sieht. Somatische Körperarbeit bietet einen sanften, wirksamen Weg, diese Spannungen zu lösen, die Beweglichkeit zu verbessern und das Wohlbefinden deines Hundes nachhaltig zu steigern.