Somatische Körperarbeit – Der Trend aus der Humantherapie

Somatische Körperarbeit ist ein Ansatz aus der Humantherapie, der zunehmend auch bei Hunden Anwendung findet. Sie geht über klassische Physiotherapie hinaus und betrachtet Körper, Muskeln, Faszien und Nervensystem als Einheit. Ziel ist es, Verspannungen zu lösen, Beweglichkeit zu verbessern und die Selbstwahrnehmung zu stärken, ein ganzheitlicher Ansatz, der besonders bei chronischen Problemen oder nach Verletzungen sinnvoll ist.

Was ist somatische Körperarbeit?

Der Begriff „somatisch“ stammt vom griechischen soma für Körper. Im Kern geht es darum, Körperwahrnehmung und Bewegung bewusst zu steuern. Durch sanfte Berührungen, Mobilisationen und gezielte Bewegungsreize werden verspannte Muskeln, verklebte Faszien und blockierte Gelenke aktiviert.

Im Unterschied zur reinen Muskelstärkung liegt der Fokus auf:

  • der Koordination zwischen Muskeln und Nervensystem

  • der Auflösung von chronischen Spannungen

  • der Steigerung der Beweglichkeit ohne Überlastung

Warum Hunde von somatischer Körperarbeit profitieren

Viele Hunde leiden unter unentdeckten Verspannungen, Blockaden oder Fehlhaltungen, die sich im Alltag bemerkbar machen:

  • steifer Gang, Unsicherheit oder Stolpern

  • Schonhaltungen nach Verletzungen

  • Überlastung einzelner Muskelgruppen

  • Nervosität, Stress oder erhöhte Reizbarkeit

Somatische Techniken helfen, diese Muster zu lösen, die Körperwahrnehmung zu verbessern und die Selbstregulation des Körpers zu aktivieren.

Typische Methoden

In der Praxis kommen verschiedene Ansätze zum Einsatz:

  • Faszientherapie: Verklebungen lösen, Beweglichkeit fördern

  • Sanfte Mobilisation: Gelenke in kleinen, kontrollierten Bewegungen bewegen

  • Myofasziale Techniken: Spannungen in Muskeln und Faszien gezielt abbauen

  • Bewusstes Positions- und Gleichgewichtstraining: Körperkoordination stärken

  • Berührung und Druckpunktarbeit: Körperwahrnehmung und Entspannung steigern

Alle Übungen werden individuell auf den Hund angepasst, Ziel ist immer sanft, sicher und stressarm.

Wann somatische Körperarbeit sinnvoll ist

  • nach Verletzungen oder Operationen

  • bei chronischen Verspannungen oder Steifigkeit

  • bei arthrotischen Veränderungen

  • als Ergänzung zu Physiotherapie oder Reha

  • zur Verbesserung von Bewegungsqualität, Balance und Körperwahrnehmung

Fazit: Ganzheitliche Unterstützung für deinen Hund

Somatische Körperarbeit erweitert die klassische Therapie und betrachtet Körper, Faszien, Muskeln und Nervensystem als Einheit. Mit sanften Techniken lässt sich Beweglichkeit verbessern, Verspannungen lösen und das Wohlbefinden deines Hundes deutlich steigern, ein moderner, ganzheitlicher Ansatz, der immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Zurück
Zurück

Palliativbegleitung neu gedacht – Aktivität statt Rückzug

Weiter
Weiter

Stadtstress beim Hund – Reizmanagement statt Erziehung